| Anzahl der Kinder: |
14 (im Alter von 1 - 3 Jahren, davon 1 Kind mit Einzelintegration) |
| Betreuungszeit: |
8.00 -14.00 Uhr, bei ausreichender Nachfrage erweiterbar |
| Personal: |
2,75 Erzieherinnen |
| Gruppenname: |
Drachennest |
Die Rolle der Erzieherin
Die Erzieherin ist die Entwicklungsbegleiterin des Kindes. Sie sorgt für ausreichende Erfahrungsmöglichkeiten, damit das Kind alle seine Sinne erproben und ausbilden kann.
Die positive Beziehung zu ihr ist die elementare Basis, von der aus das Kind seine Umwelt wahrnimmt, diese Wahrnehmung verarbeitet und handelnd tätig wird.
Dabei geht sie in partnerschaftlichem Umgang mit Wertschätzung und Offenheit auf die Interessen des Kindes ein, ermutigt, stärkt und tröstet. Sie ist Sprach- und Beziehungsvorbild.
Für die Eltern steht sie als Ansprechpartnerin und Beraterin zur Verfügung.
Rahmenbedingungen
Der Raum wirkt als dritter Erzieher. Durch Gliederung und Differenzierung haben Kinder Möglichkeiten aktiv zu handeln, zu experimentieren und forschen, aber auch sich zu bewegen, zu ruhen und zu entspannen.
Einzelne Funktionsbereiche (z. B. Malen, Bauecke, Ruheecke) sind klar voneinander getrennt, können aber bei Bedarf nach den Bedürfnissen der Kinder verändert werden und sprechen alle Sinne an (Tastwände, unterschiedliche Fußbodenbeläge, Kräuterecke usw.). Spiegel verbessern die Ich-Wahrnehmung und dienen zugleich auch als Grundlage für Fremdwahrnehmung.
Die Rahmenbedingungen für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf erläutern wir am Schluss dieser Konzeption.
Spielmaterial
Das Spielmaterial macht viele unterschiedliche Angebote (Naturmaterial, wertfreies Material, Alltagsmaterial und vorgefertigtes Material). Zeitweise werden die Materialien ausgetauscht, um neue Erfahrungen zu ermöglichen.
Ein Schwerpunkt liegt auf den vielfältigen Bewegungsangeboten, die das Selbstvertrauen, das Kennenlernen des eigenen Körpers, soziale Kontakte sowie den Abbau von Angst und Hemmungen zum Ziel haben.
Kreativität wird beim Spielen als Lebenskompetenz gesehen. Es gibt keinen Erfolgs- oder Konformitätsdruck bei Angeboten. Kinder entwickeln so Selbstwertgefühl und erwerben Durchhaltevermögen.
Sprachförderung
Durch viele Lieder, Geschichten, Fingerspiele und lautsprachliche Begleitung von Tätigkeiten wird die sprachliche Kompetenz der Kinder erkannt, angeregt und erweitert. Wir sprechen in ganzen Sätzen und verniedlichen nicht, wiederholen „falsch“
Ausgesprochenes selbst, hören zu und unterbrechen nicht.
Der Tagesablauf
Unsere Krippenkinder erleben täglich:
- Ankommen, Begrüßen, Ausziehen
- Frühstück
- Freispiel mit Angeboten und pädagogischen Schwerpunkten
- Wickeln, Körperpflege und Hygiene
- Mittagessen
- Schlafen, Ausruhen
- Spielen
- Abholen, Abschied
Begrüßung und Abschied
Bei der Begrüßung erleben Kind und Eltern, dass sie wahrgenommen werden und willkommen sind. Wichtige Informationen über das Kind können dabei von den Eltern weitergegeben werden (schlecht geschlafen, noch nichts gegessen usw.).
Es findet eine „deutliche“ Übernahme des Kindes statt, damit es sich auf diese Situation einstellen und von seinen Eltern verabschieden kann. Für diesen Abschied wird den Kindern möglichst ein wenig Zeit gelassen.
Kommt es zu Problemen, ist es wichtig, dass sich das Kind nicht alleingelassen fühlt.
Essen
Die Mahlzeiten vermitteln einen wiederkehrenden Rhythmus und werden an einem liebevoll gedeckten Tisch angeboten.
Essen ist eine sinnliche Erfahrung. Essen mit den Fingern zu berühren wird deshalb nicht verboten. Ziel ist der Umgang mit dem Besteck.
Essbedürfnisse sind unterschiedlich. Kinder dürfen entscheiden, was und wie viel sie essen. Die Eltern erhalten eine Rückmeldung. Durch ihre Größe unterstützen Kannen, Löffel und Schüssel die Kinder darin, selbst aufzufüllen.
Das Essen selbst wird als Kommunikationsmöglichkeit untereinander genutzt. Kinder, die früh fertig sind, können in einer Funktionsecke spielen, um andere nicht beim Essen zu stören.
Schlafen, Ruhen, Entspannen
Schlafenszeiten sind individuell verschieden und können täglich wechseln. Grundsätzlich können sich unsere Kinder je nach Bedarf ausruhen oder schlafen. Dabei haben sie die Möglichkeit, zwischen Bett und Kuschelecke zu wählen und allein oder gemeinsam mit anderen Kindern zu ruhen. Ruhige Musik, Kuscheltiere und Schnuller tragen zum Wohlbefinden bei.
Sie dürfen aufstehen, wenn sie wach sind. Wir suchen nach ihrem Rhythmus, um sie in der Abholphase nicht wecken zu müssen.
Rituale und Feste
Rituale und Feste haben ihren festen Platz im Kindergartenalltag (z. B. Morgenkreis, Beten vor dem Essen, Einschlafrituale). Sie geben Orientierung und fördern das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit. Geburtstagsfeiern, Fasching, Ostern und Weihnachten sind Höhepunkte im Jahreslauf.
Zusammenarbeit mit Eltern
Grundlage jeder sinnvollen pädagogischen Arbeit ist der regelmäßige Austausch und die Kontaktpflege mit den Eltern. Wir wünschen uns eine funktionierende Erziehungspartnerschaft mit ihnen.
Bereits vor Beginn des Krippenjahres erfolgt ein erstes Gespräch, in dem die Eltern Informationen über Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen ihrer Kinder, Essens- und Schlafenszeiten, Krankheiten, Allergien usw. an uns weitergeben.
Wir erläutern unser Konzept, zeigen die Räumlichkeiten und beantworten Fragen der Eltern.
Ein Elternabend informiert über Ablauf und Regeln der Krippenbetreuung und welche Dinge dafür gebraucht werden. Zudem gibt er die Möglichkeit, andere Eltern der Krippengruppe kennen zu lernen.
Neben Tür- und Angelgesprächen werden regelmäßig Einzelgespräche über den Entwicklungsstand der Kinder geführt. Eltern sollen nachvollziehen können, was ihr Kind bei uns erlebt und wie wir es fördern möchten.
Eltern können bei Projekten und Elternabenden mitarbeiten und im Elternrat das Krippengeschehen aktiv mitgestalten.
Sauberkeitserziehung
Das Kind bestimmt den Zeitpunkt des „Sauberwerdens“ selbst und erfährt auf dem Weg dorthin unsere Unterstützung. Damit vermitteln wir ihm Vertrauen und stärken sein Selbstbewusstsein.
Die Eltern erhalten von uns einen Brief zur Sauberkeitserziehung der Rudolf-Ballin-Stiftung e.V., dem wir uns inhaltlich anschließen.
Eingewöhnung
Die Aufnahme der Kinder erfolgt gestaffelt nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell.
Eltern halten sich in einem zeitlich abgestuften Rahmen in der Nähe ihres Kindes auf, begleiten es mit ihrer Aufmerksamkeit, greifen aber nicht aktiv in Gruppengeschehen ein.
Diesen Part übernimmt die Erzieherin, die sensibel Kontakt zum Kind herstellt und festigt, das Kind beobachtet und als Garant für seine Sicherheit verlässlich präsent ist. Sie macht Beziehungs- und Spielangebote, reagiert auf die Signale des Kindes und wahrt seine Autonomie.
Zeit, Geduld und Verständnis helfen Kindern und Eltern, sich besser mit der Trennungssituation abzufinden. Die Dauer der Trennungsphase wird individuell mit den Eltern abgesprochen.
Dokumentation
Für jedes Kind wird eine Mappe angelegt, um Fortschritte festzuhalten und Fördermaßnahmen besser planen zu können. Ihr Inhalt dient als Grundlage für Elterngespräche und wird beim Verlassen der Krippe den Eltern ausgehändigt.
Rechtliche Grundlagen integrativer Erziehung
Gemäß §§ 53,54 Abs. 1 Satz 1 SGB XII i. V. m. § 55 Abs. 2 Nr. 2 SGB IX sowie 35a KJHG haben von Behinderung bedrohte Kinder oder Behinderte Anspruch auf Eingliederungshilfe.
Der Begriff der Behinderung definiert sich nach § 2 SGB IX.
Kinder mit erhöhtem Förderbedarf
Grundlage für die Aufnahme eines von Behinderung bedrohten Kindes sind die Betriebserlaubnis der Landesschulbehörde, die Kostenanerkenntnis des örtlichen Sozialhilfeträgers und die Einwilligung des Trägers der Kindertagesstätte.
Integration ist grundsätzlich für alle Kinder möglich, unabhängig von Art und Schweregrad ihrer Einschränkung.
Die Eltern des betreffenden Kindes stellen vorhandene Anamnese- und Diagnostikberichte zur Verfügung.
Integrative Erziehung
Bei der gemeinsamen Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern mit und ohne erhöhten Förderbedarf werden für alle Kinder gute Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen geschaffen. Dabei wird Rücksicht auf individuelle Voraussetzungen genommen.
Die Erzieherin stellt ein breitgefächertes Angebot bereit und schafft eine anregende Lernumgebung, um kognitive, emotionale und sozial-kommunikative Fähigkeiten auszubauen und zu fördern.
(Mit der Landesschulbehörde 2007 abgestimmte Konzeption für die Arbeit in der Kinderkrippe)
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