Zum 1. August 2006 wurde die Einzelintegration in unserem Kindergarten in eine integrative Gruppe umgewandelt.
| Anzahl der Kinder: |
18, davon zwei bis vier Kinder mit Behinderung und Anspruch auf Eingliederungshilfe gemäß SGB IX |
| Betreuungsalter: |
vom vollendeten 3. Lebensjahr bis zur Einschulung |
| Betreuungszeit: |
8.00 -14.00 Uhr |
| Personal: |
1 Heilpädagogin, 1 Erzieherin mit heilpädagogischer Langzeitfortbildung, 1 Erzieherin |
| Gruppenname: |
Igel-Gruppe |
| Einzelintegration: |
seit 2001 |
Die Gruppe arbeitet nach dem situationsorientierten Ansatz und will die Kinder in ihrer Gesamtpersönlichkeit fördern. Ziel ist, das Kind dort abzuholen, wo es steht und sich mit ihm auf den Weg zu begeben. Dabei soll auf die besondere Lebenssituation, die Stärken und Schwächen, Bedürfnisse und Neigungen geachtet werden. Gemeinsames Lernen behinderter und nichtbehinderter Kinder soll nicht isoliert geschehen, sondern weitestgehend in sinnvolle Lebenszusammenhänge der Gruppe eingebettet sein. Autonomie, Kompetenz und Solidarität sollen erlebt und erlernt werden. Die Kompetenzen der Kinder stehen im Vordergrund, nicht ihre Defizite.
Dabei gibt es für die Kinder in der Gruppe vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten, unter anderem durch die Altersmischung. Gerade weil sich die Kinder auf einem unterschiedlichen Entwicklungsstand befinden, entsteht kein Leistungsdruck, denn Unterschiede können als gegeben hingenommen werden. Ältere Kinder sind Vorbilder und Helfer für jüngere Kinder, jüngere oder entwicklungsverzögerte Kinder können durch Nachahmung lernen. Dabei sind Spielpartner leichter zu finden, da ein breites Spektrum bei den einzelnen Entwicklungsstufen vorhanden ist und das Alter der Kinder nicht so eine große Rolle spielt. Die Strukturierung des Tagesablaufs gibt den Kindern Orientierung und Sicherheit, erhält ihnen aber auch Entscheidungsräume sowie freie Entfaltungs- und Rückzugsmöglichkeiten.
Die Betreuungskraft als Spielpartnerin ist zeitweise entbehrlich, da die Kinder sich gegenseitig unterstützen. Im sozial-emotionalen Bereich sollen die Kinder sensibel für die Persönlichkeit anderer Kinder werden, deren Fähigkeiten anerkennen, Wünsche und Bedürfnisse erkennen und sich gegenseitig Achtung erweisen. Dadurch entsteht ein guter Gruppenzusammenhalt und ein kooperativer Umgang untereinander wird erlernt.
Wahrnehmung, Motorik und Verhalten stehen in einem engen Zusammenhang. Deshalb sollen unterschiedliche Bewegungsangebote im Gruppenraum, Turnraum und auf dem Flur den Kindern zu einem guten Körpergefühl verhelfen.
Speziell ausgewähltes didaktisches Spielzeug, z. T. aus der Montessori-Pädagogik, ermöglicht den Kindern weitgehend selbständiges Arbeiten. Diese eigenständige Tätigkeit hat besonders im Freispiel ihren Platz. Zusätzlich gibt es in der Projektarbeit der Gruppe Möglichkeiten, dass Kinder und evtl. auch Eltern sich einbringen, eigene Ideen verwirklichen und erfahren, wie Lernen Freude macht.
Um unterstützend und familienergänzend zu erziehen, ist ein offener und vertrauensvoller Umgang zwischen Eltern und Betreuerinnen nötig. Nur auf diese Weise kann man miteinander ins Gespräch kommen, sich gegenseitig verstehen, Meinungen und Informationen austauschen und im Hinblick auf die Entwicklung der Kinder ein gemeinsames Konzept entwickeln. Da nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz Eltern in die Arbeit einzubeziehen sind, brauchen die Erzieherinnen das Vertrauen der Eltern in ihre Arbeit, und die Eltern müssen wissen, dass ihr Kind gut in der Gruppe aufgehoben ist. Je intensiver die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Personal ist, umso besser kann sich das Kind entwickeln. Dabei helfen nicht nur die Tür- und Angelgespräche, Beratungsgespräche, Elternabende, Hospitation, gemeinsame Feste, Gottesdienste oder Ausflüge, sondern auch die Möglichkeit für Eltern, sich im Elternrat oder Kindergartenbeirat zu engagieren.
Es erfolgt zunächst ein Aufnahmegespräch und nach einer sechswöchigen Phase gegenseitigen Kennenlernens ein erstes ausführliches Elterngespräch, in dem Fördermöglichkeiten erörtert werden. Kontinuierliche Elterngespräche folgen. Bei Bedarf werden Eltern und Kinder auch zu Facheinrichtungen begleitet.
Verfügungszeit zur Reflexion der eigenen Tätigkeit ist für die Betreuungskräfte vorhanden, so dass die Ziele für die Gruppenarbeit gemeinsam festgelegt werden, Förderpläne erarbeitet, Entwicklungsberichte erstellt und Aufgaben abgesprochen werden können.
Die Frühberatung und Frühförderung, Peine berät einmal monatlich die Betreuungskräfte in ihrer Arbeit. Diese nehmen zudem an einer Arbeitsgemeinschaft teil, die spezielle Fragestellungen integrativer Arbeit behandelt. Regelmäßige Weiterbildung wird vom Träger der Einrichtung erwartet.
Im Kindergarten ist es möglich, Therapeuten unmittelbar einzubeziehen, da bereits Ergotherapie und Krankengymnastik in unseren Räumen stattfindet.
Auf diese Weise können Betreuungskräfte, Eltern und Therapeuten leichter im Gespräch bleiben und Angebote für die Kinder miteinander abstimmen.
(Mit dem Landesjugendamt 2006 abgestimmte
Konzeption für die Arbeit in der integrativen Gruppe)
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