In unserer Kita haben sich Fotos und andere Quellen zu ihrer Geschichte bis 1997 leider nur sehr spärlich erhalten. Unser herzlicher Dank gilt deshalb Frau Gertrud Wulfes, der langjährigen Leiterin der Einrichtung. Sie sah bereitwillig für uns ihr "Dachbodenarchiv" durch und förderte manchen Schatz zu Tage, der nun hier bzw. im Fotoalbum präsentiert werden kann!
Wochenspiegel Nr. 36/1971, 5. November 1971

(v. l.: Bürgermeister u. Verbandsvorsteher Sackmann, Pastor Meyer; in der Mitte G. Wulfes)
Der Kindergarten im Bildungszentrum Hohenhameln wurde am Montag von Verbandsvorsteher Sackmann seiner Bestimmung übergeben. Der Verbandsvorsteher umriß kurz die Entstehungsgeschichte der Kindertagesstätte und übergab danach den Schlüssel zum Gebäude Pastor Meyer, in dessen Händen als Vorsitzender des Kirchenvorstandes der ev.-luth. Kirchengemeinde Hohenhameln die Leitung des Kindergartens liegt. Darauf strömten 87 kleine Mitbürger, begleitet von ihren Müttern, in die Räumlichkeiten. Es wurden ihnen kleine Geschenke übergeben, gestiftet von der Hohenhamelner Apotheke und der Kreissparkasse Peine. Die Tagesstätte kann 125 Kinder aufnehmen, darüber hinaus bietet der Schulkindergarten Platz für 50 Kinder.

HAZ vom 2. November 1971
(Nachrichten aus dem Norden des Landkreises Hildesheim-Marienburg)
Von den Kindern in Besitz genommen
Spaß beim Spielen im neuen Gebäude
Kindergarten nach zweijähriger Bauzeit fertiggestellt / Gestern Schlüsselübergabe
Hohenhameln. Seine erste Bewährungsprobe erlebte gestern der Kindergarten im Bildungszentrum. Nach zweijähriger Bauzeit wurde er von den Kindern in "Betrieb" genommen. In dem modernen Gebäude werden jetzt in vier Gruppen über 80 Kinder betreut. Insgesamt bietet es jedoch Platz für 120 Kinder.
Bereits in einigen Monaten wird es nicht mehr so viele freie Plätze gehen. Schon jetzt sind zehn Kinder angemeldet, die für den Besuch des Kindergartens noch etwas zu jung sind.
Der neue Kindergarten wird von der Kirchengemeinde getragen. So konnte Bürgermeister Sackmann gestern vormittag den Schlüssel für das Gebäude an Pastor Meyer übergeben.
Schon vor zehn Jahren begannen die Verhandlungen der Kirche mit der Gemeinde Hohenhameln. Bereits 1961 waren von der Kirche Gelder für den Bau zur Verfügung gestellt worden. 1964 übernahm der Schulzweckverband die Planungen. So ist heute der Kindergarten in den Komplex des Bildungszentrums eingegliedert.
In der Eröffnungsansprache wies Pastor Meyer auf die Aufgaben des Kindergartens hin. Die Gemeinschaft solle gefördert werden. Die Kinder sollten die Möglichkeit zu freiem Entfalten haben. Er betonte, daß durch Kinderfeste die Kontakte zu den Eltern gepflegt werden sollten. Da der Kindergarten durch die Kirche geführt werde, sollten die Kinder mit dem christlichen Glauben vertraut gemacht werden.
Der Kindergarten, der zur Zeit die Kinder nur an Vormittagen und an Nachmittagen betreue, solle später vielleicht in einen Ganztagskindergarten umgewandelt werden. Pastor Meyer ging auch darauf ein, daß die Gebühren den sozialen Verhältnissen der Eltern angepaßt werden sollten.
Danach erläuterte die Leiterin, Frau Gertrud Wulfes, den Eltern, die zu diesem ersten Tag gekommen waren, wie sie sich den Arbeitsgang vorstellt. Die Älteren sollen in didaktischen Spielen auf den Schulunterricht vorbereitet werden. Es wurde darauf Wert gelegt, daß Geschwister in die gleiche Gruppe eingeteilt wurden.
Vormittags gibt es für die Kinder ein Frühstück. Vor allem sollen Spiele im Freien gemacht werden, erklärte Frau Wulfes. Auf dem Hof des Kindergartens gibt es dafür große Sandkästen. In der nächsten Zeit sollen außerdem noch Klettergerüste und verschiedene Spielgeräte aufgestellt werden.
Nach dieser Eröffnungsfeier, bei der die Kinder geduldig ausgeharrt hatten, konnten sie dann Besitz von den neuen Räumen nehmen. Das neue Spielzeug wurde gleich ausgiebig begutachtet, und anschließend machte es ihnen viel Spaß, in den neuen Räumen zu spielen. uk
(Anm.: Der Zeitungsartikel lag uns in Fotokopie vor. Aufgrund der schlechten Bildqualität konnten die dem Artikel vorangestellten Bilder leider nicht gescannt werden.)

PAZ vom 20./21. November 1976
Hohenhameln: Gebühr der Kindergärten
nach sozialen Aspekten unterscheiden
Ein Diskussionsvorschlag von Adelbert Künnemann / Mehr Chancengleichheit
Hohenhameln. Kindergärten, darin sind sich Pädagogen einig, haben für die vorschulische Erziehung eine große Bedeutung. Das gilt insbesondere für Kinder aus sozial schwächeren Familien, deren schulische Startchancen durch den Besuch eines Kindergartens wesentlich verbessert werden können. Die Praxis jedoch zeigt, daß vielfach gerade die Kinder, die dies nötig hätten, nicht im Kindergarten vorzufinden sind. Einer der Gründe liegt in den Finanzen. Eltern der unteren Einkommensschichten oder auch kinderreichen Familien ist der Kindergarten vielfach zu teuer. Um hier Abhilfe, zu schaffen, hat der Chef der Hohenhamelner SPD-Ratsfraktion, Adelbert Künnemann, ein Diskussionspapier erarbeitet, das eine Sozialstaffelung innerhalb der Gebühren vorsieht, die von den Eltern entrichtet werden müssen.
Ein Kindergartenplatz kostet heute rund 2500 Mark im Jahr. „Ideal wäre es", so Adelbert Künnemann, „wenn wir den Besuch der Kindergärten kostenfrei anbieten könnten. Das aber ist illusorisch. Und das Gegenteil, das Kostendeckungsprinzip, ist ebenfalls nicht praktikabel. Dann würde es nur noch sehr vermögenden Eltern möglich sein, ihre Kleinen in den Kindergarten zu schicken."
Die heute allgemein übliche Praxis, daß ein Drittel der Kosten vom Kindergartenträger, ein Drittel von der Gemeinde und ein Drittel in Form von Gebühren von den Eltern getragen werden, ist der einzig reali
sierbare Weg. Und bereits diese Unkosten veranlassen viele Eltern dazu, ihre Kinder nicht in den Kindergarten zu schicken. Adelbert Künnemann: „Schon bei den jetzigen Gebühren ist erkennbar, daß aus der Bevölkerungsschicht mit geringerem Einkommen prozentual die wenigsten Kinder in den Kindergarten kommen".
Die Preise: 65 Mark halbtags, 85 Mark ganztags und 55 Mark für den Nachmittag. Bedingt durch das Drittelsystem wird erreicht, daß zwei Drittel der Kosten eines Kindergartenplatzes mit öffentlichen Mitteln bestritten werden; gleichgültig, ob essich dabei um das Kind eines gut verdienenden Ehepaars oder um das Kind einer Familie handelt, in der nur der Vater für das Einkommen arbeiten kann. Künnemann: „Das obere Einkommensdrittel müßte zugunsten des unteren Drittels mit höheren Kindergartengebühren belastet werden."
Was will der SPD-Fraktionssprecher erreichen? Wenn die allgemeinen Gebührensätze der Eltern generell ein beträchtliches Stück heraufgesetzt würden; könnte man es mit dem dann größeren Finanzpolster solchen Familien, die ein geringeres Einkommen nachweisen, durch 'Gebührennachlässe ermöglichen, ihr Kind zu günstigeren Sätzen in den Kindergarten zu schicken, als dies jetzt denkbar ist.
Es ist zu befürchten, daß die Kindergartengebühren in nächster Zeit ohnedies weiter steigen. Um so wichtiger ist es Künnemann, mittels der Solidargemeinschaft der Eltern zu verhindern, daß weitere Kinder draußen vor der Tür bleiben müssen. Ganz davon zu schweigen, daß der Landkreis langfristig eine Sozialstaffelung bei den Gebühren fordert, wenn er weiterhin seine 40 Mark pro Kindergartenplatz als Zuschuß aus seiner Kasse zahlen soll.
Die neuen Gebühren könnten nach Ansicht von Adelbert Künnemann je nach täglicher Stundenzahl zwischen 55 und 130 Mark schwanken. Die 55 Mark wären für den Nachmittagsaufenthalt von 14 bis 17 Uhr, der Höchstsatz von 130 Mark käme für einen ganztägigen Aufenthalt von 6.30 bis 17 Uhr in Frage. Die Sozialstaffelung sollte bei einem Familieneinkommen von rund 3000 Mark ermöglicht werden. Wer sie in Anspruch nehmen möchte, muß sein Einkommen in der Verwaltung nachweisen. So ähnlich stellt sich der SPD-Fraktionssprecher eine mögliche Gebührenneuregelung im Kindergartensektor vor.
Künnemann betont in diesem Zusammenhang jedoch mit Nachdruck, daß all dies bisher lediglich ein Denkmodell ist. Sein Beitrag zu einer Diskussion, die allein schon auf Verlangen des Landkreises über kurz oder lang in Hohenhameln geführt werden muß, wenn man weiterhin Zuschüsse aus der Kreiskasse erhalten möchte. Außerdem ist diese Debatte wichtig, um den Kindergarten in noch größerem Umfang allen Bevölkerungsschichten zu öffnen. WiP.
[Foto nicht übernommen]
Kindergärten sind für alle da. Die Kosten sollten so verteilt sein, daß auch Familien mit geringeren Einkommen ihre Kinder in diese so wichtige vorschulische Erziehung schicken können. Aus diesem Grund soll in Hohenhameln jetzt ein Gebührenmodell diskutiert werden, das eine Sozialstaffelung vorsieht.
[Anm.: Eine Gebührenstaffelung nach sozialen Kriterien wurde erst 1994 eingeführt!]

November 1976 - Quelle war auf dem Zeitungsausschnitt nicht notiert (vermutlich aus der PAZ)
Hohenhameln gab Beispiel
Preis weiter unverändert
Fünf Jahre Kindergarten zünftig gefeiert
[Foto nicht übernommen]
Hohenhameln. Fünf Jahre Kindergarten Hohenhameln – das wurde jetzt mit einem großen Kinderfest in sehr zünftiger Form zusammen mit Eltern und Freunden in den Räumen des Kindergartens am Schulzentrum gefeiert. Insgesamt 382 Gäste waren zugegen, jedes der Kinder durfte bis zu zwei Personen zur großen Fete einladen. „Das war eine hübsche Sache", betont Kindergartenleiterin Gertrud Wulfes, „zumal wir auf diese Weise weiteren Kontakt zu den Familien unserer kleinen Gäste erhalten haben".
Mit einer großen Kaffeetafel begann das Jubiläumsfest im Hohenhamelner Kindergarten. Kuchen gab es in wahren Mengen. Anschließend standen diverse Spiele auf dem Veranstaltungsprogramm. Außerdem wurden Bilder aus den vergangenen fünf Jahren gezeigt. Höhepunkt aber war ein Lampionumzug, der vom Spielmannszug aus Oedelum musikalisch angeführt wurde. Die Kleinen jedenfalls hatten ihren Spaß. Das Jubiläumsfest hat ihnen sehr gefallen.
Angefangen, so Gertrud Wulfes, hat die Arbeit im Hohenhamelner Kindergarten vor nunmehr fünf Jahren mit 80 Kindern. Innerhalb kurzer Zeit waren es dann 120 kleine Gäste, die in sechs Gruppen unterteilt wurden. Diese Zahl hat sich bis heute nicht geändert. Insgesamt sechs Gruppen werden vormittags im Kindergarten betreut, am Nachmittag sind es zwei. Wer will, der kann im Kindergarten auch zu Mittag essen und von der Vormittagsgruppe in eine der Nachmittagsgruppen wechseln, also den ganzen Tag im Kindergarten bleiben.
Betreut werden die Kleinen von zwölf Kindergärtnerinnen beziehungsweise Kinderpflegerinnen und Praktikantinnen in Hohenhameln.
Gebaut hat diesen Kindergarten vor fünf Jahren der Schulzweckverband. Als er im vergangenen Jahr aufgelöst wurde, übernahm die Einheitsgemeinde Hohenhameln den Kindergarten. Träger des Objekts jedoch ist die evangelische Kirchengemeinde Hohenhameln.
Mit 120 Kindergartenplätzen in Hohenhameln und weiteren 40 Plätzen in Equord ist die Einheitsgemeinde ausreichend versorgt. Lange Wartelisten sind nicht vorhanden. Außerdem gibt es noch einen Kinderspielkreis in der Ortschaft Stedum.
Die Preise, die auf den Elternanteil entfallen, sind seit der Eröffnung des Hohenhamelner Kindergartens nicht verändert worden. Für den Vormittag müssen 65 Mark pro Monat entrichtet werden, der ganze Tag kostet 85 Mark. Das Mittagessen wird mit 40 Mark im Monat veranschlagt, der Aufenthalt in der Nachmittagsgruppe kostet 55 Mark.
Und: Auch das Personal wurde bisher nicht ausgewechselt. Das Team unter der Führung von Gertrud Wulfes hat sich hervorragend eingespielt und bewährt.
Transportiert werden die Kinder, sofern sie nicht aus der Ortschaft Hohenhameln selbst kommen, mit Bussen. Zum Preis von zehn Mark pro Monat. Gleichgültig, wie weit das Elternhaus vom Kindergarten entfernt ist. WiP.

HAZ vom Oktober 1987


Gertrud Wulfes,
Leiterin des Ev. Kindergartens Hohenhameln von November 1971 bis Februar 1997
(Foto: Privatbesitz von G. Wulfes)
Gertrud Wulfes ist auch nach 25 Jahren noch längst nicht amtsmüde
Fröhliche Feier zum Jubiläum der beliebten Leiterin des Kindergartens / „Aufgabe stets mit Schwung und Fröhlichkeit bewältigt"
Hohenhameln. (abo) „So viele Geschenke habe ich noch nie bekommen", sagte Gertrud Wulfes am Ende der Feier zu ihrem 25jährigen Dienstjubiläum als Kindergärtnerin. „Amtsmüde" ist sie nach dieser Zeit, davon 16 Jahre als Leiterin des Kindergartens der evangelischen St.- Laurentius-Kirchengemeinde, noch lange nicht.
Fast alle der 120 Kinder des Kindergartens, die Mitarbeiterinnen, zahlreiche Eltern und auch einige „Ehemalige" sind gestern in die Mehrzweckhalle gekommen, um der beliebten Kindergärtnerin zu gratulieren und zu danken.
Die einzelnen Gruppen des Kindergartens hatten kleine Gesangsspiele vorbereitet, mit denen sie ihre Leiterin und die zahlreichen Gäste erfreuten.
Aber die temperamentvolle Gertrud Wulfes mochte nicht nur zuhören, sondern griff bei einigen Liedern selbst zur Gitarre. Auch die Mitarbeiterinnen des Kindergartens überbrachten musikalische Glückwünsche, unterstützt vom Blockflötenchor unter der Leitung von Renate Petscheleit.
In einer kurzen Ansprache würdigte Pastor Ernst Petscheleit die Arbeit Gertrud Wulfes für den Kindergarten. Besonders lobte er das gute Betriebsklima.
Als Dank für die langjährige Arbeit hatte er eine Überraschung für die Kindergartenleiterin bereit: Im Namen der Eltern, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kindergartens und der Kirchengemeinde, des Kirchenvorstands, der gesamten Kirchengemeinde und auch der Hohenhamelner Verwaltung schenkte er Gertrud Wulfes ein Fahrrad.
Groß und klein kamen gestern nach Hohenhameln, um Gertrud Wulfes (Mitte) zu gratulieren.

[Aufn.: Bode]
Ortsbürgermeister Willi Sackmann überbrachte die Glückwünsche des Ortsrates und der Gemeinde. Ein wenig stolz konnte er darauf verweisen, daß er vor 16 Jahren, bevor der Kindergarten in die Trägerschaft der evangelischen Gemeinde überging, Gertrud Wulfes gewissermaßen als Leiterin geworben habe.
Für die Bezirksregierung Braunschweig dankte Hella Pabst der Jubilarin für die langjährige gute Zusammenarbeit. Gertrud Wulfes habe ihre Aufgabe stets mit Schwung und Fröhlichkeit bewältigt. Nach weiteren Glückwünschen hatte die Leiterin des Kindergartens dann ihrerseits eine Überraschung parat: Kleine Päckchen und Eis für „ihre" Kinder.

PAZ [?] vom Oktober 1991
Hohenhamelner Kinder teilten mit Kindern aus Kasachstan:
Die Trennung vom liebgewordenen Spielzeug fiel manchem schwer
Hohenhameln (ahb)
„Wir teilen mit den Kindern aus Kasachstan" – unter diesem Motto stand das Erntedankfest für die Hohenhamelner Kinder. Die kleinen Besucher des Kindergottesdienstes der evangelischen St.-Laurentius-Kirche waren ebenso wie die Kinder des örtlichen Kindergartens aufgerufen, mit den Kindern aus Kasachstan zu teilen.
Pastor Ernst Petscheleit hatte darauf hingewiesen, daß es in diesem Teil der Sowjetunion, in dem viele deutschstämmige Familien leben, an allem mangele, besonders aber auch an Spielsachen.
Und so trennten sich die Kinder von so manchem Spielzeug. Daß dies nicht immer leichten Herzens geschah, zeigte ein Blick in die Augen der Kleinen. So wurde vom geliebten Teddy mit traurigem Gesicht Abschied genommen. Ähnliches war auch bei der einst heißbegehrten Steckbox der Fall, für die man mittlerweile schon zu groß war. Oftmals ließen sich die Kinder bei der Auswahl ihrer Gaben auch von den eigenen Vorlieben leiten. Die vierjährige Anne-Kathrin brachte beispielsweise
Buntstifte mit, weil die „Kinder dort bestimmt genauso gern malen wie ich".
Beim Erntedankgottesdienst für die Kindergartenkinder ging es ansonsten sehr fröhlich und laut zu, und viele Eltern und Großeltern freuten sich sichtlich mit den Kindern, die den Gabentisch für ihre Altersgenossen in Kasachstan so reich gedeckt hatten. So häuften sich Spieltiere, Autos, Puzzles, Malbücher, Bälle, Bauklötze und Puppen im Altarvorraum. Doch auch im Pfarrhaus stapelten sich vor allem Lebensmittel und Kinderbekleidung.
„Jetzt haben wir ‚nur' das Problem, all die Dinge nach Kasachstan zu befördern. Immerhin kostet ein zehn Kilogramm schweres Paket 50 Mark Porto", fügte Petscheleit hinzu. Im Gespräch sei daher zur Zeit ein Lkw-Transport in die Sowjetunion. „Uns wären Sponsoren aus der Wirtschaft sehr willkommen", brachte es der Hohenhamelner Pastor auf den Punkt. Die Adressen der Bedürftigen erhalte man übrigens von einer Familie, die aus Kasachstan nach Hohenhameln übergesiedelt sei.
Hohenhameln
Die evangelische St.-Laurentius-Gemeinde hat die erste Spendensendung nach Kasachstan am Freitag, 12. Oktober, auf den Weg gebracht. Es waren 30 Pakete. Für die nächste Sendung im Januar 1992 sammelt die Gemeinde weiter guterhaltene Kleidung, Spielzeug und dauerhafte Lebensmittel. (r)

Wochenspiegel vom November 1993
Evangelischer Kindergarten Hohenhameln
Elternvertreter
Aufgrund der vielen Spenden, die im Kindergarten eingingen, konnten 58 Pakete für die Kinder in Mogilev gepackt werden.
Wir möchten uns bei allen Spendern herzlich bedanken. Vielen Dank auch den fleißigen Helfern, die die Pakete beim Elterncafé gepackt und zu Dr. Rohne nach Ölsburg transportiert haben.

G. Wulfes und A. Pagel, Elternvertreterin

Wochenspiegel vom November 1996
25 Jahre evangelischer Kindergarten Hohenhameln
Am Freitag, 1. November 1996, feierten Kinder, Betreuerinnen. Eltern, der Kirchenvorstand, Vertreter der Gemeinde, des Kirchenkreisamtes sowie Vertreterinnen und Vertreter des öffentlichen Lebens das 25jährige Bestehen des evangelischen Kindergartens in Hohenhameln.
Die Kinder hatten zur Begrüßung mehrere Singspiele eingeübt, die sie unter musikalischer Betreuung durch die Kindergartenleiterin Frau Wulfes und mit Hilfe der Betreuerinnen mit sehr viel Spaß vorführten. Pastor Petscheleit als Vorsitzender des Kirchenvorstandes begrüßte danach die Gäste und hielt einen kurzen Rückblick. Stellvertretender Bürgermeister Otto Peyers überbrachte die Grüße von Rat und Verwaltung und schilderte aus persönlichem Erleben die Zeit vor dem neuen Kindergartengebäude am Dehnenweg. In einem Gebäude am Harbertor (heute Frisör Hanke) wurden nach 1945 bis 1961 die Kinder in Hohenhameln weitgehendst von ihren Müttern selbst betreut.
1966 hatte eine Umfrage ergeben, daß 200 Eltern ihre Kinder in einen Kindergarten schicken wollten. Es ist Aufgabe des Schulzweckverbandes und des Landkreises gewesen, nicht nur das Schulzentrum zu bauen, sondern auch den großen Kindergarten. Die Gemeinde Hohenhameln übernahm später das Gebäude. Wie Pastor Petscheleit ausführte, hatte es über die Trägerschaft viele Jahre Diskussionen gegeben, bevor sich die evangelische Kirche, unter Pastor Wilhelm Meyer, entschloß, die Trägerschaft zu übernehmen.
Der scheidende Ortsbürgermeister Walter Könneker sprach in seinem Grußwort die Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem Kindergarten an. Der Heimleiter des Alten- und Pflegeheimes, Herr Kassing, sprach die gute Nachbarschaft und verschiedene Veranstaltungen mit dem Kindergarten an. Herr Rodenberg von der Volksbank Hildesheimer Börde überreichte einen Scheck über 500,-- DM, über den sich die Kinder und Betreuerinnen besonders freuten.

Die Leiterin des Kindergartens, Frau Wulfes, hatte mit den Betreuerinnen einen Rückblick in musikalischer Form eingeübt. Einige Anekdoten gaben Anlaß zum Schmunzeln und zum Applaus. Sie wußten von den Verbesserungen im Außengelände, dem feuchten Keller und dem nachträglichen Einbau von Spülen in den Gruppenräumen zu berichten. Anfänglich gab es sogar 25 Ganztagskinder. Eine Entlastung kam durch die Kindergärten in Equord und Clauen sowie den Spielkreis in Stedum. Sehr froh waren viele Eltern der umliegenden Ortschaften, als 1971 ein Bus für die Fahrten zum Kindergarten eingesetzt werden konnte. Immer wieder haben hilfreiche Eltern beim Aufstellen der Spielgeräte geholfen. Als fleißige Helfer bastelten sie für Basare oder fanden Spaß am Kuchenbacken und Verkauf, damit schönes Spielzeug angeschafft werden konnte. Sie packten Pakete für die Kinder aus Mogilev oder kochten Marmelade für unsere Mitbürger in den Altenheimen. Als große Elterninitiative dieses Jahres konnten Weideniglus gebaut werden, die von den Kindern gern angenommen werden. Nach 25 Jahren haben sich viele Ereignisse zur ständigen Tradition entwickelt. So z. B. die Sommerfeste, ein Erntedankgottesdienst in der evangelischen Laurentiuskirche, Laternenumzug, das kunterbunte Faschingstreiben und die Abschlußfahrt in den Zoo nach Hannover für die Schulanfänger. Aber auch für die Betreuerinnen hat sich viel verändert durch das Kindergartengesetz, durch Veränderung der Vorschriften, Ausbildungsänderungen usw. Nicht nur die Welt der Erwachsenen hat sich verändert, besonders auch die Welt der Kinder ist viel erlebnisreicher, aufregender, oftmals hektisch und selten noch geruhsam und ausgeglichen. Die Medien und neuen Informationstechniken sprechen schon die kleinen Kinder an - die Konsumgesellschaft hinterläßt ihre Spuren. Den Erzieherinnen werden immer neue Praktiken und Vorschläge zur Förderung und Aufarbeitung der Erlebnisse der Kinder vorgetragen. War es vor zehn Jahren wichtig und aktuell, sich in den didaktischen Einheiten zurechtzufinden, kommen heute ganzheitliche Projekte zum Zuge. Weiterbildung und Fachliteratur studieren sind daher großgeschrieben.
Durch den Umzug des Schulkindergartens ist es eng im Kindergarten geworden. Außerdem sind mehr Kinder in den sechs Gruppen. Hinzu gekommen sind 11 Kinder, die die deutsche Sprache noch nicht beherrschen. Frau Wulfes wünschte sich für die Kinder liebevolle Eltern und Erzieher, die merken, wie es ihnen geht und die ihren Bedürfnissen annähernd gerecht werden können, damit sie sich gut entwickeln. Mit viel Liebe hatten die Betreuerinnen Stellwände mit Texten und Fotos aufbereitet.
[Der Beitrag lag nur als Fotokopie vor. Ein Foto wurde nicht übernommen.]

Kindergartensong
(nach der Melodie: Eine Seefahrt, die ist lustig)
Gertrud Wulfes
Lange Jahre gab es hier / einen Schulzweckverband,
der baut auch den Kindergarten, / Ihnen allen wohlbekannt.
Hollahi - hollaho ...
Genau vor 25 Jahren / konnten sich die Eltern freun,
war der Kindergarten fertig / und die Kleinen zogen ein.
Hollahi ...
Kirchenvorstand von Laurentius / viele Sorgen mit uns trägt,
und er regelt die Finanzen / in der Sitzung abends spät.
Hollahi ...
Alle Kinder malen, basteln, / singen, tanzen wunderschön,
spielen mit verteilten Rollen, / was sie bei den Großen seh'n.
Hollahi ...
Kuchen backen, Motschen, Toben / steht auf unserem Programm, und die Umwelt zu erforschen / strengen wir uns tüchtig an.
Hollahi ...
In der Gemeinde Hohenhameln / gibt es Ortschaften sehr viel,
darum bringt der gelbe Bus / jetzt die Kinder her zum Spiel.
Hollahi ...
Wenn ein Schaufelbagger schwer / auf den Hof gefahren kommt,
für die Kinder neuen Sand bringt / die Gemeinde jährlich prompt.
Hollahi ...
Ist für viele Kinder mittags / dann die große Spielzeit aus,
leck'res Essen aus der Küche / duftet durch das ganze Haus.
Hollahi ...
In der großen Kirche singen / können wir zu manchem Fest,
alle Stimmen hell erklingen, / jeder gibt dabei das Best'.
Hollahi ...
Die Geschichten aus der Bibel / hören viele Kinder gern,
und sie loben mit den Liedern / ihren Schöpfer, unsern Herrn.
Hollahi ...
Eine Zoofahrt, die ist lustig / für die Schulanfänger schön,
Elefanten, Bären, Affen / aus der Nähe anzusehn.
Hollahi ...
Mittwochs, wenn die Kinder ruhen / sind Erzieher noch sehr emsig,
planen, werkeln, überlegen / und besprechen gar nicht wenig.
Hollahi ...
Treffen sich die Eltern abends, / sind die Stühle wirklich klein,
doch die viele guten Themen / lassen das vergessen sein.
Hollahi ...
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