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Archiv 2012

 

Inhaltsverzeichnis
Monat
Titel
Jan.
Kindergarten traf Realschule
März
Auf der Jagd nach Tönen und Geräuschen
April
Tierischer Besuch im Kindergarten Hohenhameln


Peiner Allgemeine Zeitung vom 20. Januar 2012


Kindergarten traf Realschule
Erzieher für einen Tag: Jugendliche bastelten und backten mit den Kindern

Ganz besonderen Besuch hatten gestern die Schüler der Realschule Hohenhameln: Einen Vormittag lang kümmerten sie sich um 24 Kindergarten-Kinder und lernten so die Arbeit von Erziehern kennen.

Freude über selbstgebackene Kekse

Freuten sich über die selbst gebackenen Kekse: Die Kindergartenkinder aus Hohenhameln hatten gestern die Realschule besucht.   nk

HOHENHAMELN. Ein lebensfrohes Treiben herrschte in den Klassenräumen der Realschule. Die Jungen und Mädchen des Hohenhamelner Kindergartens stachen aus selbst gemachtem Teig Kekse aus, backten Muffins und bastelten einen Baum aus Pappe — der soll später als Wandbild im Kindergarten hängen.

Betreut wurden die Kinder an diesem Tag nicht von Erziehern, sondern von Schülern — für sie gehörte das als neues Fach zum Unterricht. "Verbindlich für die Schüler ab Klasse 9 gilt es, Wahlpflichtkurse zu wählen — in den Profilen Wirtschaft, Technik, Sprachen oder Gesundheit und Soziales", sagte Lehrerin Renate Kalateh. "Damit die Schüler auch praktische Erfahrungen sammeln können, bieten wir solche Projekte an."

Für die Gäste war es eine schöne Abwechslung zum Kindergarten-Alltag: "Sie waren ganz aufgeregt und haben sich total gefreut, hierherkommen zu können", erzählt Kalateh.

Jedem Schüler wurde eines der 24 Kinder zugewiesen, um das er sich einen Vormittag lang kümmern sollte. "Am Anfang ist es noch ein bisschen anstrengend und man hatte vorher Angst, dass die Kleinen keine Lust haben werden, doch schon nach kurzer Zeit bekommt man sie sehr gut unter Kontrolle und es macht richtig Spaß", meinte die 15-jährige Anna-Lena.

Backten in der Schulküche Muffins: Johannes (vorn), Eyleen (von links), Kira, Zoe und Svenja. sur In der Schulküche Muffins backen

Eyleen fand das Projekt jedenfalls "schöner als Mathe". Außerdem hilft es ihr — wie vielen ihrer Klassenkameraden — bei der Berufswahl: Eyleen will demnächst ein Praktikum in der "Flohkiste" in Soßmar machen. Und auch Anna-Lena konnte sich vorstellen, später "als Erzieherin oder so etwas in der Art" zu arbeiten.   sur
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Peiner Allgemeine Zeitung vom 7. März 2012


Auf der Jagd nach Tönen und Geräuschen
Sprachförderung im Kindergarten Hohenhameln: Erzieherinnen lernen von Logopädin

Fffff macht der Wind, Ssss macht die Schlange - und die Kindergartenkinder in Hohenhameln machen mit. Die Logopädin Bettina Geffert aus Mehrum bringt den Jungen und Mädchen Laute und Rhythmen bei, damit sie später in der Schule besser Schreiben lernen. Der Sprachunterricht ist auch eine Art Fortbildung für die Erzieherinnen.

Silbentraining mit Trommel und knallroten Pfeifen

Silbentraining mit Trommel und knallroten Pfeifen: Bettina Geffert mit ihren Sprachschülern im Kindergarten.   sur

HOHENHAMELN. Wer Schreiben lernen will, muss erst einmal ganz genau hinhören können - davon ist Bettina Geffert überzeugt. Die Logopädin bringt Kindern nicht nur bei, ein F von einem S zu unterscheiden, sondern will ihnen auch ein Gefühl für den Rhythmus der Wörter vermitteln. Spielerisch lernen die Kinder, was Silben sind - und schlagen dafür im Takt auf eine Holztrommel. Für "Birte" klopfen sie nur zweimal, für "Fotoapparat" gleich fünfmal. "Ist das jetzt ein langes oder ein kurzes Wort?", fragt Geffert immer wieder.

Was zunächst kinderleicht klingt, ist für manche Jungen und Mädchen sehr mühsam. Immer mehr Kinder haben Sprachprobleme - da sind sich Geffert und die stellvertretende Kita-Leiterin Petra Sievers einig. "Ganze Sätze zu bilden fällt den Kindern zunehmend schwer", sagt Sievers. "Statt 'Ich habe Durst', sagten sie zum Beispiel nur 'Trinken!'". Warum das so ist, lässt sich nicht leicht beantworten. "Da stecken viele Faktoren dahinter", meint Geffert. Fest steht aber: Ohne Sprachförderung haben die Kinder später in der Grundschule Probleme, Lesen und Schreiben zu lernen.

Geffert geht mit ihnen deshalb auf die Jagd nach Lauten - zum Beispiel nach Wörtern, in denen das "Windgeräusch" steckt, also das F. Quasi als Hausaufgabe sollten die Kinder solche Wörter suchen - und haben reichlich gefunden: Fußball, Schaf, Gummistiefel. Die Kinder hätten richtig viel Spaß als "Wörter-Detektive", sagt Sievers: "Die machen die Übungen ganz von selbst. Zum Beispiel, wenn sie auf dem Bauteppich sitzen und überlegen: Ist Baustein jetzt ein langes oder kurzes Wort, wie oft muss man da klopfen?"

Genau das war das Ziel: Die Kinder sollen künftig nicht stundenweise Sprechtraining bekommen, sondern ständig - quasi nebenbei im Kindergarten-Alltag. Fünfmal war Geffert im Kindergarten zu Besuch, gestern fand die letzte "Unterrichtsstunde" statt. Nicht nur die Kinder haben dabei etwas gelernt, sondern auch die Erzieherinnen, die Geffert zuschauten - und die nun so manche Übung übernehmen können.   sur

Hintergrund: Fördergeld vom Land
Das niedersächsische Kultusministerium will die Sprachförderung im Kindergarten stärken und finanziert sie jedes Jahr mit sechs Millionen Euro. Mit dem Geld können seit dem vergangenen Jahr auch regionale Sprachförderkonzepte unterstützt werden. Wie ein solches Konzept in Hohenhameln aussehen könnte, will die Verwaltung demnächst zusammen mit den Trägern aller Kindertagesstätten in der Gemeinde erarbeiten.   sur
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Peiner Allgemeine Zeitung vom 23. April 2012


Tierischer Besuch im Kindergarten Hohenhameln
Landwirt Friedrich Könneker war mit seinen Schafen zu Gast bei der Tigerentengruppe von "Klein Lummerland"

Bauernhof-Besuch mal andersrum: Nicht die Hohenhamelner Kindergartenkinder machten am Freitag einen Ausflug zum Schafstall, sondern die Tiere kamen zu ihnen ins "Lummerland".

Landwirt Friedrich Könneker mit seinen Schafen zu Gast bei der Tigerentengruppe von "Klein Lummerland"

Streichelweiche Wolle (von links): Moritz, Friedrich Könneker mit seinem Lämmchen, Joanna, Aimee, Amelie und Vanessa.   oh

HOHENHAMELN. Mit drei Mutterschafen und fünf Lämmern auf dem Viehanhänger fuhren Friedrich und Gisela Könneker vorm Kindergarten vor - und die Jungen und Mädchen aus der Tigerentengruppe wunderten sich, warum der "Mann mit den Hörnern" nicht dabei war. So einen Schafbock zu transportieren sei gar nicht so einfach, erklärte Friedrich Könneker. Deshalb hatte er ihn zu Hause gelassen.

Die Kinder betrachteten die Tiere zunächst durch das Gitter und fragten neugierig, ob Schafe Zehen oder Hufe haben. Als Könneker zwei Lämmchen vom Anhänger holte, damit die Kinder die weiche Wolle streicheln konnten, blökte das Mutterschaf ganz aufgeregt. Danach konnten die Kinder beobachten, wie die beiden Lämmer sich ihre Ration Milch von ihrer Mutter holten.

Könneker erklärte den Kindern, dass jedes Schaf registriert werden muss. An der Ohrmarke erkennt der Schäfer seine Tiere - das ist wichtig, wenn zum Beispiel eines der Schafe krank ist und der Schäfer Medizin verabreichen muss.

"Selbst auf dem Dorf wissen etliche Kinder heute nicht mehr viel über Tiere", sagt Petra Sievers, die Gruppenleiterin. "Dann ist es gut, wenn sie nicht nur aus dem Bilderbuch oder aus dem Fernsehen lernen." Lämmer haben die Kinder jetzt gesehen - als Nächstes kommen die Kälbchen dran.   sur

 

Wird fortgesetzt ...