Wochenspiegel aus Januar [?] 2004
Klein Lummerland:
Erfolgreiche Sprachförderung,
wo man's gar nicht erwarten würde
Rick sitzt auf dem Fußboden und versucht, Dinosaurier in die Schaufel eines Radladers zu laden. Dauernd fallen die Figuren runter, weil die
Schaufel zu klein ist. Er ist schon traurig. Die Tränen laufen: „Warum geht das bloß nicht? Warum fallen die immer runter?" Leonhard schaut zu und sagt „Du hast nicht richtig mit den Dinos gesprecht." Zu ergänzen ist wohl: „Du hättest ihnen sagen sollen: bleibt oben!" Rick hat's aber auch so verstanden. Unter Tränen antwortet er: „Das heißt ,gesprochen'." Leonhard erwidert: „Na gut, dann eben ,geredet'."
Sprachförderung ist eine zentrale Bil
dungsaufgabe. Kinder die vor der Einschulung gute Sprachkenntnisse aufweisen, können auch beim Schulunterricht erfolgreicher mitarbeiten. Manchmal aber ist es nötig, Kinder zusätzlich zu fördern.
Das soll in diesem Jahr zum ersten Mal für Kinder, bei denen ein entsprechender Bedarf festgestellt wurde, in „Klein Lummerland" durch Frau Moje-Müller, Lehrerin der Grundschule „Um die Linde", geschehen. Die Eltern der betreffenden Kinder sind darüber durch die Grundschule bereits unterrichtet worden. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.
Wochenspiegel aus März 2004
Fachschulklasse aus Hildesheim besucht Klein Lummerland
Wir wissen seit langem, dass Kinder, die regelmäßig musizieren, bessere Schulleistungen aufweisen. Jetzt haben Wissenschaftler der Universität Frankfurt in einer Studie nachgewiesen, dass Singen sogar die Immunabwehr deutlich verbessert. Es ist also wichtig, auch im Kindergarten viel zu singen und zu musizieren. Angehende Erzieherinnen der Elisabeth-von-Rantzau-Schule ließen sich informieren, wie Kalimba, Klangschalen, Klangwiege und andere Instrumente im Kindergartenbereich eingesetzt werden können und welche therapeutische Wirkung sie besitzen. Nach dem Vortrag probierten die Schülerinnen die Instrumente selber aus und bedankten sich bei Urte Bothe für ihre Bemühungen.

Wochenspiegel aus April 2004
Ein Erste-Hilfe-Kurs mit Süleyman, Denis und Handpuppe Paul vom Jugendrotkreuz aus Hildesheim
40 Kinder hatten sich für den Erste-Hilfe-Kurs gemeldet, den Franziska Akoto, Erzieherin in „Klein Lummerland", unter Beteiligung des Jugendrotkreuz organisiert hatte. 3,50 Euro mussten die Eltern dafür pro Kind bezahlen. Dafür wurde an zwei Tagen viel geboten.
Am Kurs nahm auch die Handpuppe Paul teil, leider ein recht vergesslicher Geselle, aber die Kinder konnten ihm immer wieder helfen.
Nach einer Einführung übten sie, wie man einen Notruf absetzt. Sie lernten: einem Verletzten muss man Mut zusprechen und darf ihn auf keinen Fall allein lassen. Und hingebungsvoll klebten sie sich in Zweiergruppen gegenseitig Pflaster auf und legten Verbände an.
Ziel des Kurses war es, Kinder für die Not anderer zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, dann auch ganz praktisch zu helfen.
Alle wissen jetzt: Keine Erste Hilfe zu leisten ist schlimm. Als Anerkennung bekommen sie eine Erste-Hilfe-Tasche für den Schulranzen und eine Urkunde.
„Schade, dass dieses Angebot nur so kurz gedauert hat. Es ist eine sehr gute und lobenswerte Sache", so die Bewertung einer Mutter.
Das Jugendrotkreuz in Hildesheim wendet sich an junge Menschen bis zum Alter von 27 Jahren. Es werden aber nicht nur Kurse angeboten, sondern - ähnlich einer Pfadfindergruppe - gibt es Sport, Spiel und Spaß in den Gruppenstunden, und man kümmert sich um soziale Belange. So heißt das aktuelle Motto: Armut - schau nicht weg!

Wochenspiegel vom 15. April 2004
Gemeinsam mit den Sprösslingen auf musikalischer Entdeckungsreise
Immer wenn die Schulferien nahen, haben Eltern Gelegenheit, die
Fortschritte ihrer Kinder zu begutachten und auch selber zu erfahren, wie viel Spaß die musikalische Früherziehung mit Berit Bertram, Musikpädagogin aus Bierbergen, macht.
Die Kinder gehen gern zu ihr und es ist wirklich eine Menge, was sie in dem gut strukturierten Zwei-Jahres-Kurs in den Räumlichkeiten von „Klein Lummerland" lernen.
Ronja erzählt: „Wir hören viele neue Geschichten, und dann spielen wir dazu mit Instrumenten. Wir lernen ganz viele neue Sachen bei Berit, und am liebsten spiele ich mit der Flöte."
Eltern schätzen das Angebot einerseits wegen der Qualität, andererseits aber auch, weil der Kurs finanzierbar ist und Fahrten nach Hildesheim oder Peine unnötig sind.

Wochenspiegel aus Mai 2004
Ev. Kindertagesstätte Klein Lummerland:
"Hallo, Herr Seemann, ich kenn dich..."
Fleißige Wochenspiegel-Leser haben einen Eindruck davon, welch unterschiedliche Aufgaben für Herrn Fricke und Herrn Seemann in der Polizeistation Hohenhameln anfallen. Kürzlich bekam auch die Ev. Kindertagesstätte Klein Lummerland Polizeibesuch.
Herr Seemann (in Uniform) wollte mit den Schulanfängern über Polizeiarbeit sprechen. Doch wie fängt man das an? Nun, am besten kommt man locker ins Gespräch. Als Vater und Fußballtrainer hat er darin ja eine Menge Erfahrung.
„Hallo, Herr Seemann, ich kenn dich", begrüßte ihn ein Mädchen. „Hallo, ich kenn dich auch!" „Guck mal, mein Zahn wackelt!" Und schon riss die Kleine den Mund auf. Sofort öffnete die gesamte Gruppe die Münder und zeigte lockere oder ausgefallene Zähne. „Vielleicht sollte ich lieber umsatteln und Zahnarzt werden", überlegte Herr Seemann. Doch er umschiffte die Klippe bravourös, nahm die Kinder mit in den vorgesehenen Raum und gestaltete die Bilderbuchbetrachtung so professionell, dass alle ihm gespannt zuhörten.
Als er ihnen dann sagte, dass jeder Polizist sich ausweisen müsse und auch Kinder verlangen können, den Polizeiausweis einzusehen, setzten sie
das Gehörte sofort um. „Zeig mal deinen Ausweis!" „Auf dem Foto siehst du aber ganz anders aus. Da hast du einen Bart!" „Ja", entgegnete Herr Seemann, „ich hab' gewettet. Und weil ich verloren habe, musste ich meinen Bart abrasieren."
So lernten die Kinder nicht nur etwas über die Aufgaben der Polizei, sondern auch, dass eine Wette so oder so ausgehen kann. Und sie wissen nun: Die Polizeistation Hohenhameln ist nur tagsüber besetzt. Aber wenn man am Telefon die 110 wählt, ist immer jemand in der Leitung, der ihnen weiterhilft.

Wochenspiegel aus Mai 2004
Die „Raben" waren aus Klein Lummerland ausgeflogen. „Ich bin dran! Ich will reiten! Ich komme auf das große Pferd!", so tönte es auf dem Tinkerhof in Harber. Anja Oelkers, Besitzerin des bei ECHA eingetragenen Zuchthofes, hatte Kollegin Ulrike Ratajczak und die Kinder aus der Rabengruppe zu sich eingeladen.
Da fragt sich wohl mancher, was Tinker sind. Nun, sie sind robuste und ausgeglichene Pferde, ideal geeignet zum therapeutischen Reiten. „Therapeutisches Reiten kann ich derzeit nur für zwei Kinder anbieten, zu mehr habe ich neben meiner Arbeit im Kindergarten keine Zeit", erklärte Anja Oelkers.
Insgesamt gibt es 18 Pferde, die regelmäßig geritten werden. Dabei helfen 12 Mädchen aus der Gemeinde Hohenhameln. Doch diesmal war die Zahl der kleinen Reiter noch größer. Allerdings mussten sie mit den Ponys Chap und Ernie vorlieb nehmen. Ernie ist schon 18 Jahre alt, Kinder gewöhnt und ausgesprochen geduldig. Und Chap hat viel von ihm gelernt. So drehten die „Raben" - stolz auf ihre Reitkappen, denen zwar manchmal die perfekte Passform fehlte - auf den Ponyrücken begeistert ihre Runden.
„Ich hatte Angst. aber ich habs geschafft!", erzählt Michelle ganz stolz. Nico interessiert sich mehr für die beiden Katzen Tiger und Jastha, die er mit seinem Trinkjoghurt füttert. Und dann gibt es da noch Fridolin, einen kleinen Ziegenbock, der als Tombolagewinn auf den Tinkerhof kam. Eine Kindergruppe verfolgt, füttert und streichelt ihn hingebungsvoll.
Verständlich, dass bei so vielen Abenteuern die Kinder lieber bleiben und nicht zurück in den Kindergarten wollten. Darf man daraus schlussfolgern, in Zukunft besser Reiterhöfe als Kindergärten zu bauen?
PS: Die "Raben" hatten von 2003-2005 als 7. Gruppe in "Klein Lummerland" ihren Horst.

Wochenspiegel vom 9. Juli 2004

„Ist das eine Biene, eine Hummel oder eine Wespe?", fragte Markus im Herbst 2003, als das Tier durch den Gruppenraum der Tigerenten flog. Schon waren die Kinder miteinander im Gespräch. Und weil sie sich nicht einigen konten, luden sie den Imker Christian Schroder zu sich ein. Der konnte ihnen viel Wissenswertes über Bienen erzählen, zeigen konnte er sie jedoch nicht, da sie schon Winterschlaf hielten.
Ein ganzes Projekt beschäftigte sich danach mit Bienen: Geschichten, Basteleien, Fingerspiele, Lieder, Löwenzahnhonig "kochen"... Und weil die Tigerenten noch wussten, dass man Bienen nur im Sommer anschauen kann, machten sich Eltern und Kinder jetzt nach Ilsede zu Herrn Hotop auf, um endlich die fleißigen Flieger hautnah zu erleben. Das ist möglich, weil – wie der Imker stolz erklärte – heutige Bienen so gezüchtet werden, dass sie nicht mehr so leicht stechen. Lediglich die Flugschneise zum Bienenstock muss freigehalten werden, damit sie sich nicht bedroht fühlen. „Was ist denn eine Schneise?" wollten die kleinen Entdecker wissen. „Dort starten und landen die Bienen!" Damit war alles klar: „Ach so, eine Landebahn!" Der spannendste Moment war vielleicht, als der Bienenstock geöffnet wurde und die Kinder die Königin suchen durften. Sie trug eine Krone in Form eines farbigen Punktes. In unserem Fall war es eine rote Krone.
Zu guter Letzt blieb aber noch zu klären, wie der Honig in die Waben kommt.
„Waaas, Bienen spucken? Honig ist Nektar und Bienenspucke?" Hätten Sie's gewusst?

Wochenspiegel aus Juli 2004

Dass Ameisen stark sind, wissen Sie gewiss. Dass aber auch Sonnenkäfer stark sind, können Sie auf dem Foto sehen! Wie kam es dazu?
Alles, was mit Lust und Freude getan wird, bringt den größten Lernerfolg. Deshalb wurde der Ausflug der Sonnenkäfer zum Walderlebnispfad bei Wendeburg liebevoll vorbereitet. Telse Arlts und Christa Halemeyer hatten mit jedem Kind eine Schatzkiste gebastelt, in welche die mit Farbbrillen und Lupendosen ausgerüsteten kleinen Forscher ihre Schätze einsammeln konnten. Aus dem Gesammelten sollte später im Kindergarten zum Thema „Waldkunst" noch einiges gebastelt werden.
Der Anmarsch zum Waldabenteuerpfad dauerte 30 Minuten, ganz schön lange für so manchen der Kleinen. Aber sie haben es alle geschafft. Ob sie dabei auch die Schönheit der Natur erlebt haben - eines unserer Ziele für den Ausflug - wissen wir nicht genau. Aber als sie schließlich beim Pfad angelangt waren, da ging es so richtig rund. Vorbereitetes Spielzeug war überhaupt nicht nötig. Allein mit dem, was der Pfad bot, ließen sich ganz spontan die tollsten Spielideen entwickeln.
Um leistungsfähigen Nachwuchs für unsere Fußballnationalmannschaft muss uns beispielsweise nicht bange sein, denn im „Waldfernsehen" spielten die kleinen Sportler die Fußballeuropameisterschaft prächtig nach. Doch was sie ins „Baumtelefon" sprachen, bleibt ihr Geheimnis...
Auch den mitgereisten Eltern wurde es bei soviel Spielfreude nicht langweilig. Und weil man in der Natur ja auch mal durch einen Regenschauer überrascht werden kann, waren alle für die nahe Schutzhütte dankbar.
Nicht sauber, aber glücklich und zufrieden, machte man sich schließlich auf die Heimreise.

Wochenspiegel aus Juli 2004

... und was dafür als Anlass dienen kann, z. B. der Brotbelag: „Wo kommen denn die Eier her?" „Aus dem Kühlschrank!" „Quatsch, aus der Packung!"
Aufgabe der Erzieherin ist es, in solchen Situationen sensibel zu handeln.
Glücklicher Weise bewirtschaften Ninas Eltern einen Bauernhof. Sie waren einverstanden, die ganze Gruppe zum Picknick einzuladen und herumzuführen.
Nach Mehrum kann man ja mit dem Bus fahren. Also machten sich die „Igel" auf den Weg und warteten an der Bushaltestelle bei der Grundschule. Doch der Bus hielt nicht an. Was für eine Enttäuschung für die Kinder und Familie Dröse. Ein neuer Termin wurde vereinbart. Diesmal klappte es. Auf den Traktor klettern, Schweine kraulen, Kühe füttern und die Kaninchen streicheln - alles war wunderbar. Dann ging es zur Weide, denn wer kennt heute noch Stacheldraht?
Wir wollten Pferde und Jungbullen besuchen. „Oh, was? Bullen? Mein Papa sagt immer zu de (!) Polizei Bullen", meinte ein Junge verwirrt. Nun ja, wenn die Werbung den Kindern schon eintrichtert, dass braune Kühe Kakao geben und von den lila Kühen Schokolade kommt, muss man sich nicht wundern.
Wir „Alten" können uns gar nicht vorstellen, wie es ist, vorwiegend mit Informationen aus zweiter Hand aufzuwachsen. Um so wichtiger, dass andere Schwerpunkte in der Kindergartenarbeit gesetzt werden und Kinder unmittelbar sehen, wie es auf einem Bauernhof zugeht.
Und seit Frau Wilkening dem Spielbauernhof in der Igelgruppe noch einige Holztiere hinzugefügt hat, können die Kinder richtig gut nachspielen, was sie selbst erlebt haben.

Wochenspiegel aus September 2004
Ev. Kita Klein Lummerland:
"Wer lässt sich schon gern vorschreiben, was er tun soll?"
Im Juli erhielten alle Kindergärten in Deutschland Post vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Bundesministerin Renate Schmidt schickte eine Broschüre über Kinderrechte und informierte über die "UN-Kinderrechts-Konvention" und den "Nationalen Aktionsplan", den das Bundeskabinett noch dieses Jahr verabschieden soll. Sie wünscht sich, dass auch in Kindergärten wir Erwachsenen die Meinungen und Wünsche der Kinder berücksichtigen und sie beteiligen, wo es möglich ist. Unsinn? Nicht durchführbar? - Weit gefehlt! Kinder können durchaus selbstständig und verantwortlich handeln, wie folgendes Beispiel aus der Bärengruppe zeigt.
Zwischen 10 und 11 Uhr müssen die Bären nicht mehr fragen, wenn sie den Gruppenraum verlassen und woanders spielen wollen. Sie heften ihr Foto einfach hinter die an der Magnetwand abgebildeten Spielmöglichkeiten. Damit kann auch schon ein Dreijähriger "lesen", wo die anderen Kinder sich gerade aufhalten. Wird der Spielort gewechselt, muss das eigene Foto umgesteckt werden. Die Kinder freuen sich über diese Neuerung und machen gern davon Gebrauch. Sie wissen aber: Bestimmte Regeln sind auch außerhalb des Bärenraums gültig - sonst...

Bärenkinder zeigen mit großem Ernst, wie die Tafel funktioniert
Dass Bundesministerin Schmidt die Mitspracheidee für Kinder nicht aus der Luft gegriffen hat, zeigt auch ein Gespräch in der Tigerentengruppe.
Lena (Schulanfängerin) und Henrike sitzen am Maltisch. Henrike: "Frau Orwat ist hier die Oberbestimmerin." Lena: "Das stimmt nicht! Petra und Frau Schröder bestimmen über unsere Gruppe." Henrike: "Nee. Frau Orwat ist die Oberbestimmerin. Die kann über alle bestimmen. Auch über die Tigerenten." Lena: "Petra, ihr bestimmt doch über die Gruppe? Ihr sagt doch, was wir machen?" Petra: "Frau Orwat ist hier die Leiterin. Das ist schon richtig. Aber bei den Tigerenten sind Frau Schröder und ich verantwortlich." Lena zu Henrike: "Siehste! Und überhaupt - wir können doch auch über uns selbst bestimmen. Ich sage doch: 'Jetzt will ich malen oder in den Kuschelraum!' und wenn ich nicht will, dass man meine Haare kämmt, dann kann ich doch über mich selber bestimmen. Und dann bestimmt Frau Orwat nicht alles. Nicht, Petra?"

Wochenspiegel vom 7. Oktober 2004
In einem evangelischen Kindergarten spielen die Feste des Kirchenjahres eine große Rolle. So auch das Erntedankfest.
In der Sonnenkäfergruppe sprachen Telse Arlts und Christa Halemeyer mit den Kindern über den Sinn des Festes, warum wir dankbar sein können und natürlich auch darüber, dass nicht alle auf der Welt es so gut haben wie Kinder z. B. in Harber, Hohenhameln oder Ohlum.
Pia aus Ohlum, die aufmerksam zugehört hatte, leuchtete das ein und kam ganz allein auf die Idee, helfen zu wollen: „Was kann ich denn tun?", fragte sie. „Meine Oma, die kann Kuchen backen, und den kann sie verkaufen, und dann kann sie das Geld den armen Kindern geben. Aber was kann ich denn tun?" Und dann nach intensivem Nachdenken: „Ich hab's! Ich kann malen. Ich kann doch Briefkarten malen und die verkaufen. Und dann hab' ich auch Geld, das ich verschenken kann!"
„Au ja, ich will auch mitmachen! Ich auch!", so tönte es bei den Sonnenkäfern. Und selbst Pias Bruder Malte mit seinen gerade drei Jahren wollte Geld für die Armen verdienen.
Gesagt, getan. Kurze Zeit später wurde dann weitergeplant: „Wir können uns in den Flur setzen, und alle Eltern können unsere Karten kaufen!"
Wie Sie auf dem Foto sehen, haben die Sonnenkäfer ihren Verkaufstisch schön hergerichtet, professionell mit einer Geldkassette bestückt und strategisch genau gegenüber dem Eingang zum Kindergarten platziert, so dass jeder Besucher am Tisch vorbeigehen muss. Und damit sich die fleißigen Helfer nicht überarbeiten, haben sie einen Schichtdienst mit turnusmäßigen Ablösungen eingerichtet.
Eine Karte kostet 50 Cent. Das ist ein Geldstück, das die Kinder bald kannten. Aber dass man auch für eine Karte 50 Cent herausgeben muss, falls man einen Euro erhält, das
wollten die fleißigen Verkäufer nicht so gern lernen.
Inzwischen haben sie schon 13,50 Euro verdient. Die Karten sind wirklich schön geworden. Und wenn Sie, liebe Leser, ein klein wenig Zeit aufbringen, um einmal vorbeizuschauen, Pia und alle anderen Sonnenkäfer freuen sich!
PS: Der Verkauf der Briefkarten erbrachte 30,-- Euro. Hinzu kamen noch 380,38 Euro aus dem Kuchenverkauf beim Osterbasar, so dass insgesamt 410,38 Euro an Diakon Burkhard Rothermund überreicht werden konnten. Sie sollen im Rahmen des Projektes "Borwa II" südafrikanischen Schulkindern eine Schulausbildung ermöglichen.

Wochenspiegel vom 28. November 2004
Ev. Kita Klein Lummerland:
Singen und spielen für „Brot für die Welt"
Irgendwie warten schon alle auf ihn - unseren Familiengottesdienst in der Adventszeit. Er hat eine lange Tradition. Und dennoch ist es jedes Jahr eine neue Herausforderung, ihn zu gestalten. Schließlich soll es dabei um mehr gehen, als sich eine Stunde lang in der Kirche über die beteiligten Kinder zu freuen und zu sehen, was der eigene Sprössling schon so alles kann.
Gut, das hat durchaus sein Recht. Aber diesmal hatten wir einen anderen Traum. Genauer gesagt: Den Traum hatten zwei Kinder. Ihnen träumte, dass sich Kinder aus der ganzen Welt auf den Weg machen, weil sie einen Stern gesehen haben. Über all' unseren Sorgen und Fragen strahlt sein Licht. Für Christen ist dieser Stern ein Symbol für Jesus Christus selbst.
Von all' dem handelte unser Familiengottesdienst. Diesmal war er besonders aufregend, weil so viele Dreijährige mitgemacht haben. Um es kurz zu sagen: Sie und die schon Größeren haben ihre Sache toll gemacht. Ihr Singen und Spielen ließ nie Langeweile aufkommen und begeisterte die vielen Gottesdienstbesucher.
Und damit auch noch etwas Handfestes dabei herauskommt, haben die Kinder am Schluss für zwei Projekte gesammelt. In der katholischen Christenheit ist der 1. Advent der Startschuss für die bischöfliche Spendenaktion „Adveniat". In den evangelischen Kirchen wird für „Brot für die Welt" gesammelt.
[...] so soll das erste Projekt sauberes Trinkwasser für Menschen in Brasilien ermöglichen, ein Anliegen von „Brot für die Welt". Beim zweiten geht es um Hilfe für arme Schulkinder in Borwa II (Südafrika). Wir freuen uns: Die Sammlung hat sich gelohnt! Die Kollekte erbrachte 345,65 Euro.

Wochenspiegel vom 23. Dezember 2004
Wir wollen euch eine Freude machen...
„Igel" auf Besuch im Brunnenhof
Die Kindergartengruppen aus „Klein Lummerland" wechseln sich ab beim monatlichen Besuch im Brunnenhof. Dennoch war es für die „Igel" eine ungewohnte Situation. Sie waren zwar auf den Besuch im Alten- und Pflegeheim in der Weberstraße vorbereitet worden und wussten, dass die Menschen dort Pflege und Hilfe brauchen.
Aber es ist doch etwas anderes, ob man die eigenen Großeltern besucht, von denen viele ja noch jünger und sehr rüstig sind, oder ob Kinder plötzlich mit bettlägerigen Patienten zu tun haben, die zum Teil gar nicht mehr oder
nur noch mit ihren Augen antworten können.
Daria fasste sich dann auch ein Herz, als sie merkte, dass etwas anders war. „Seid ihr krank?" fragte sie. Die Antwort, ein schlichtes „Ja", stellte sie zufrieden. Das wissen auch die Kinder: Wenn man krank ist, gehört man ins Bett und muss sich schonen. Auf Kranke nimmt man Rücksicht. „Wir wollen euch eine Freude machen", ertönte es. Und dann sangen die Kinder ihre Lieder.
„Was kann in diesen Tagen / ein heller Stern uns sagen? / Ist er ein Hoffnungslicht? / Bringt er uns Zuversicht? / Er leuchtet dort so still, / der Stern, der sagen will, / Gott sendet dieses Licht, / denn er vergisst uns nicht.
Nicht alle Bewohner verstanden, dass sie den Stern, den die Kinder für jeden gebastelt hatten, behalten durften. Aber sie freuten sich über den Besuch der Kinder, und bei einigen Liedern sangen sie auch mit.
Die Kinder fanden den Besuch im Brunnenhof auf alle Fälle prima. „Treppe steigen war toll", sagte Dominik. „Ein paar lagen im Bett, und wir haben gesungen. Und dann haben wir eine Mandarine gekriegt. Wir gehen da bald wieder hin, glaube ich."
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