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Archiv 2002
 

 

Inhaltsverzeichnis
Monat
Titel
Jan.
Klein Lummerland
30-jähriges Dienstjubiläum
April
Nicht unterm Bett verkriechen
Mai
Brandschutzerziehung im Kindergarten
Schwein gehabt
Kinderaugen sehen die Welt anders, wie an Moritz festzustellen ist
Wir haben uns gekloppt. Das war doof...

 

Gemeindebrief vom Januar-Februar 2002


Kita-Kids mit Lummerland-FlaggeKlein Lummerland


Begeisterung bei den Kindern in der Kita über
den Namen Klein Lummerland

 

 

 

Eine Insel mit zwei Bergen — Lummerland genannt — ist Sinnbild für unsere Kindertagesstätte Hohenhameln — nunmehr „Klein-Lummerland".

Lummerland ist die Welt von Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer. Wie kam es zu dem Namen „Klein Lummerland"?

Bei der Einweihungsfeier der Kita im vergangenem Jahr haben wir vom Elternbeirat alle Anwesenden um Namensvorschläge für die Kita gebeten. Über die vorgeschlagenen Namen wurde in einer Elternbeiratssitzung diskutiert. Es gab dabei viele unterschiedlich Meinungen, sodass keiner dieser Vorschläge in Frage kam.

In einem kleineren Kreis machten wir uns daher Gedanken, was der Name, den unserer Kindergarten bekommen soll, wiederspiegeln muss.

Es sollte ein Fantasiename sein, der für Geborgenheit, Offenheit, Harmonie, Gemeinschaft und Frieden steht. All das, so kamen wir zu dem Ergebnis, wird in dem Namen „Lummerland" bzw. „Klein-Lummerland" verwirklicht. Denn in der Fantasiewelt „Lummerland" haben Lukas und Jim Knopf in einer harmonischen Gemeinschaft friedlich mit den anderen Untertanen von König Alfons, dem viertelvorzwölften, zusammen gelebt.

Unser „Klein-Lummerland" gleicht äußerlich insoweit auch dem Lummerland von Michael Ende, da unser Kita-Gelände ebenfalls zwei kleine Berge und auch kleine Tunnel besitzt.

Um Schwierigkeiten bzgl. des urheberrechtlich geschützten Namen Lummerland im Vorfeld zu vermeiden, hat Rechtsanwalt Burkhard Schneider aus Hohenhameln die für die Beantragung des Namens entsprechende Genehmigung eingeholt. Hierfür sei Burkhard Schneider ganz herzlich gedankt.

Anja Böttcher

 

Gemeindebrief vom Januar-Februar 2002


Dienstjubiläum Helga Schröter und Johanna Klauenberg30-jähriges Dienstjubiläum

 

 

 

 

 

von links: Helga Schröter, Martina Orwat u. Johanna Klauenberg

Foto: Hans Schweda

Johanna Klauenberg und Helga Schröter feierten am 1. November ihr 30-jähriges Dienstjubiläum. Anlass für Kirchenvorstand und KiTa-Team, sich bei ihnen für die geleistete Arbeit herzlich zu bedanken. Sprachlos und sichtlich gerührt waren die beiden Jubilarinnen durch die Aktionen des Elternbeirats der Dackel-und der Igelgruppe. Mit Wunderkerzen, „Hoch soll sie leben- Gesang" und Puppen in der Erzieherinnentracht von 1971 dankten Kinder und Eltern den beiden für ihr Engagement und schlugen so die Brücke zum Arbeitsbeginn vor 30 Jahren.

Martina Orwat

 

Peiner Allgemeine Zeitung aus April 2002


Brandschutzerziehung im Kindergarten

Zusammen mit Kamerad Flunki, dem Wuschelhund der Feuerwehr, bringt Frank Pikowski den Hohenhamelner Kindergartenkindern das ernste Thema Brandschutz spielerisch näher: Die Jungen und Mädchen passten gespannt auf. im

Feuerwehrmann Frank Pikowski ist als BEAUFTRAGTER FÜR BRANDSCHUTZ in Hohenhamelner Schulklassen und Kindergärten unterwegs - Kinder lernen schnell.

„Nicht unterm Bett verkriechen"

„Was machen wir, wenn's brennt ?" „Weglaufen und Eins-Eins-Zwei anrufen!" Die erste Lektion in Sachen Brandschutz hatte die Hasengruppe des Hohenhamelner Kindergartens gestern schnell begriffen. Ganz wichtig: „Wenn es brennt, darf ich mich nicht unterm Bett verkriechen."

VON MICHAEL SCHRÖDER

Hohenhameln. Gemeinsam mit seinem lustigen Kameraden Funki war Frank Pikowski von der Feuerwehr Hohenhameln in die Vormittagsgruppe gekommen, um den Kindern die Angst vor den Flammen zu nehmen und ihnen den respektvollen Umgang mit offenem Feuer zu erklären. „Was dürft Ihr nicht allein?", fragt er das kurz zuvor Erlernte ab. „Kerzen anzünden!", kommt prompt die Antwort.


„Auch wenn hier alles wie ein Spiel aussieht - die Sache hat einen ernsten Hintergrund", sagt Pikowski, der als Feuerwehrbeauftragter für Schulklassen und Kindergärten durch die Gemeinde zieht. „Im vergangenen Jahr starben in Deutschland bei Bränden 200 Kinder, 150.000 erlitten Verletzungen." Nach absolviertem Zwei-Tages-Lehrgang ist Pikowski mit Funki, einem feuerwehrtechnisch perfekt ausgerüsteten Flausch- und Wuschelhund, im Einsatz. „Die Kinder sollen die Gefahr des Feuers erkennen und beherzt, aber ruhig handeln", sagt der Freiwillige.


Feuerwehrmann in spe EnnoDer kleine Enno Henke ist der Einzige in der Gruppe, der mit Helm und Mini-Feuerwehrjacke am Unterricht teilnimmt. Er wird beneidet, auch die anderen Kinder möchten in eine solche Ausrüstung schlüpfen. „Später", vertröstet sie Pikowski, „dann bringe ich auch ein Feuerwehrauto mit."


Bis dahin ist aber noch viel zu lernen: Im Brandfall so schnell wie möglich das Haus verlassen, am Notruf-Telefon deutlich Namen, Wohnort und Adresse melden und: „Rauch ist giftig!" Mit diesem oft tödlichen Qualm macht Pikowski die Kinder auch vertraut. Er breitet eine Brandschutzdecke als Rauchsymbol aus, hält sie mit einigen Helfern in die Höhe und erklärt den Jungen und Mädchen, dass die dicke Luft im Zimmer zuerst nach oben strömt und dann immer weiter absackt. „Da müsst ihr unter durch krabbeln", sagt er, „da gibt es noch Luft." Wie auf Kommando werfen sich die Kinder auf den Boden und robben unter der Qualm-Simulation hindurch. „Und was macht der Letzte, der das Zimmer verlässt?", fragt Pikowski. „Die Tür zu!" schreien ihm die Kinder entgegen.


Erzieherin Wiebke Reifenrath ist ebenso begeistert wie ihre Hasen: „Vielleicht wird ein Projekt daraus", überlegt sie.

 

Wochenspiegel vom 2. Mai 2002


Brandschutzerziehung im Kindergarten

Ein rotes Feuerwehrauto mit Blaulicht und Funkantenne vor dem Hohenhamelner Kindergarten Klein Lummerland - und dazu viele Eltern mit ihren Kindern. Die Erklärung hierfür ist ganz einfach. Vor sechs Wochen war im Kindergarten der Feuerwehrmann Frank Pikowski erschienen und hatte den Kindern der Hasengruppe mit Hilfe der Puppe Funki den Umgang mit Feuer und das richtige Verhalten im Falle eines Brandes erläutert. Mit einer simulierten Telefonanlage übten die Kinder das Absetzen eines Notrufes.

Nun war der Tag gekommen, an dem die jungen Menschen den Lohn ihrer Aufmerksamkeit erhielten - eine Urkunde ausgestellt auf ihren Namen und mit der Bestätigung, dass sie erfolgreich an der Brandschutzerziehung teilgenommen hatten.

Mit leuchtenden Augen nahmen sie aus den Händen von Kreisbrandmeister Siegfried Klein und Hohenhamelns Ortsbrandmeister Lars Kunz die jeweilige Urkunde entgegen.

Die Hasengruppe mit ihren Betreuerinnen Wiebke Reifenrath und Andrea Weidehaus feierten  nun dieses Ereignis mit Eltern und Kindern bei einem Grillabend. Das dabei ein Feuerlöscher in Bereitschaft stand, wundert in Klein Lummerland niemand mehr.

Hasengruppe mit ElternDie Kinder der Hasengruppe mit ihren Eltern.

 

 

 

 

Wochenspiegel vom 10. Mai 2002


Evangelische Kindertagesstätte Klein Lummerland:

Im Schweinestall von Landwirt Karl Nispel

Vor einigen Tagen machte sich die Igelgruppe der Evangelischen Kindertagesstätte Klein Lummerland von Hohenhameln auf den Weg nach Clauen, um sich mit Landwirt Karl Nispel zu treffen.

Er hatte sich bereit erklärt, den Kindern seine Stallungen zu zeigen. Im Rahmen des Themas „Frühling - das Wachsen und Gedeihen in der Tierwelt" wollten wir möglichst viele „Tierkinder" finden, um der Natur ein wenig näher zu kommen.


Die Aufregung war groß, als um 8.40 Uhr der Bus von Hohenhameln in Richtung Clauen startete. Da es den ganzen Morgen regnete, freuten sich alle „Igel", eine Zeit im Clauener Pfarrhaus verbringen zu dürfen. Dort stärkten sie sich mit einem Frühstück. Die heißersehnten „Tierkinder" waren zwar noch immer nicht an der Reihe, doch auch die Besichtigung der Kirche bereitete viel Spaß.

Dass Ostern direkt vor der Tür stand, machte den Besuch noch interessanter. Wir betrachteten die Bilder des letzten Abendmahls und knüpften damit die Brücke zu unserem Thema „Tod und Auferstehung".

Dann ging es zu Karl Nispel in den Gallekamp, wo der Landwirt sich schon sehr auf den Besuch der Kinder freute. Große Aufregung verursachte die Visite des Schweinestalls, in dem es zwar seltsam roch, aber auch viele kleine Ferkel gab, die es offensichtlich genossen, von den Kindern gestreichelt und gefüttert zu werden.

Die kleine Sophie fragte etwas ängstlich: „Frau Semper, sind die Schweine aus Wurst?" Nach eingehenden Erklärungen traute jedoch auch sie sich näher an die kleinen Vierbeiner heran. Felix versuchte sogar, ob die Ferkel ihm aus der Hand fressen würden.

Weiter ging es durch den Hühnergarten auf eine Weide, wo die „Igel" eine Stute und ihr Fohlen beobachten konnten. Damit schloss dann auch der Besuch des kleinen Bauernhofs, und wir machten uns nach einem erlebnisreichen Vormittag auf den Heimweg. Der Kindergartenbus brachte uns um 11.30 Uhr zurück zur Kindertagesstätte.

 

Wochenspiegel vom 16. Mai 2002


Kinderaugen sehen die Welt anders, wie an Moritz festzustellen ist

Kita-Kids zu Besuch in der Steinbach GmbH

Vor einiger Zeit hatte Frau Weidehaus für die Ganztagsgruppe der Ev. Kindertagesstätte „Klein Lummerland" einen Besichtigungstermin in der Firma Steinbach vereinbart. „Wisst ihr denn, wo Steinbach ist?", wollte sie wissen. „Na klar, Steinbach ist da, wo mein Papa arbeitet!", rief Marvin.

Unterwegs vertrieben sich die Kinder die Zeit mit aufregender Unterhaltung. Sophie hatte schon einmal eine tote Katze gesehen. „Nicht so schlimm", meinte Moritz, „du brauchst nur eine gute Salbe, dann wird sie wieder gesund." „So'n Blödsinn", konterte Marvin, „Salbe! Wenn du tot bist, isses aus. Ende!" „Na, ja", antwortete Moritz nach längerem Schweigen, „aber mit der richtigen Salbe?" (Da frage ich mich doch, ob für die gesamte Gruppe nicht noch einmal das Ostergeschehen erläutert werden müsste. Schließlich sind wir eine evangelische Einrichtung!)

Frau Steinbach empfing uns im Verkaufsraum mit Keksen und Getränken. Nach dem langen Fußmarsch freuten wir uns darüber. Dann durften die Kinder sämtliche Spieluhren ausprobieren, und die Chefin erzählte von den Erzgebirgsfiguren aus der Gründerzeit der Firma und erwähnte auch, dass Steinbach für Hohenhameln ein wichtiger Arbeitgeber sei und der größte Abnehmer aus Amerika käme.

„Das ist wie bei euch im Kindergarten", sagte sie. „Da habt ihr auch Deutsche und Ausländer in einer Gruppe. Und bei den Ausländern ist die Sprache anders. Das habt ihr vielleicht schon mal gehört oder sogar schon mal ein fremdes Wort gesprochen." „Nee", entrüstete sich Moritz ganz laut, „ich nicht. Ich spreche nur deutsch. Ich bin ein Deutschländer!" Was spontane Heiterkeit bei den Erwachsenen auslöste...

Zum Abschied bekamen alle Kinder einen Glückskäfer und einen Glücksstein geschenkt. Mit einem artigen „Danke!" und „Auf Wiedersehen!" verabschiedeten wir uns.

Der Heimweg ging nicht so schnell vonstatten, wie wir gedacht hatten. Einerseits waren die Kinder müde, andererseits trug Moritz zu große Gummistiefel und kam nicht so schnell vorwärts. Es ist nicht so, dass er keine passenden Stiefel hätte, o nein! - er trug die Stiefel seiner Mutter ganz bewusst. Vielleicht möchte er, auch wenn er es so nicht formulieren kann, einmal „in ihre Fußstapfen" treten. Und wenn er so zielstrebig weitermacht, werden ihm diese Stiefel wohl eines Tages „passen", ja eventuell sind sie ihm irgendwann sogar zu klein. Schön, wenn ein phantasievolles Kind auch heute noch in seinen Ideen leben darf und alle Zeit der Welt dafür hat!

 

Gemeindebrief Ausg. ? 2002


Wir haben uns gekloppt. Das war doof...

Ja - NeinSeit Ende 2000 haben Kinder in unserem Land gesetzlich ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Doch ein Anrecht auf dem Papier und das Handeln im Alltag sind zwei verschiedene Dinge. Für uns Erzieherinnen in „Klein Lummerland" ist klar, unser Gegenüber als Person zu respektieren - auch im Konflikt. Wir wissen aber auch - und das überwiegend als Eltern eigener Kinder -, wie schwer es manchmal ist, in angespannten Situationen Fassung zu bewahren.

Im Kindergarten hat die Gewaltbereitschaft der Kinder untereinander oder gegen uns Erwachsene von Jahr zu Jahr zugenommen; zum Teil, weil Kinder diese Gewalt am eigenen Leib erfahren, zum Teil aber auch, weil ihnen wenig oder keine Grenzen mehr gesetzt werden. Die Grundschule in Hohenhameln und unsere Tagesstätte möchten hier helfen. Deshalb haben wir in Zusammenarbeit mit Elternbeirat, Polizei, Jugendamt und Grundschule ein Projekt ins Leben gerufen. Ein erstes Ergebnis ist ein „Vertrag", der zwischen den Kindern und uns in unserer Tagesstätte und analog in der Grundschule zwischen den Schülern und ihren Lehrern das Zusammenleben regeln soll. Wenn die „Kleinen" selbst zum Thema „Gewalt" zu Wort kommen, erfahren wir etwas über ihre Sicht der Dinge.

Spielend das Leben lernenFrage: „Könnt ihr mir sagen, was „Gewalt" ist? Ich soll darüber einen Artikel für den Gemeindebrief schreiben. Und da dachte ich, am besten frage ich im ev. Kindergarten Klein Lummerland euch."

- Schweigen - „Habt ihr Gewalt schon einmal erlebt?"
„Gewalt ist Hauen und Treten".

Frage: „Habt ihr das schon einmal in eurer Kindergartengruppe erlebt?"
"Nein. - Aber ich hab' s schon mal bei uns zu Hause erlebt. Wir haben uns gekloppt. Das war doof."

Frage: „Zu Kloppereien kommt es, wenn sich zwei nicht einig sind. Muss das bei unterschiedlicher Meinung immer so sein?"

„Nein, das geht auch anders. Man muss reden. Aber mein Bruder beißt sogar."
„Gewalt ist auch mich selber hauen. Ich hab' mich schon gegen den Kopf gehauen, weil ich nicht der Meinung war, die Mama hatte."
„Gewalt kommt immer, weil man sich streitet. Ich bin wütend und traurig, und dann ärgert mich Papa auch noch dazu."
Frage: „Gibt es etwas, was euch hilft, wenn ihr so wütend und traurig seid?" „Ja, viel Schlaf oder lange im Bett liegen und Kassette hören!" „Genau! Oder Bücher angucken."

Gewiss ist damit noch nicht alles aufgezählt, was in Konfliktsituationen hilft, aber doch wesentliches. Eine unserer Elternbeirätinnen bemerkte ganz treffend: „Die Situation verändert sich im Lauf des Kindergartenjahres. Wenn jedes Kind erst seinen Platz gefunden hat und sich auskennt, sind die Handlungen angemessener." Und das ist unser Ziel: Kindern zu helfen, den eigenen Platz zu finden!

Martina Orwat

Zu diesem Thema auch: "Gewaltprävention in der Kindertagesstätte Klein Lummerland"

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